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Giebel des Rathauses in Wolfach
13.04.2022

Sandra Boser, Staatssekretärin im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport zu Besuch in Wolfach

Nachdem sich Ende März 2022 bereits Justizministerin Marion Gentges mit Bürgermeister Thomas Geppert, Mitgliedern des Gemeinderates sowie der Stadtverwaltung ausgetauscht hatte, besuchte MdL Sandra Boser in dienstlicher Mission ihre Heimatstadt.

In dem rund einstündigen Gespräch schätzte Staatssekretärin Sandra Boser ein, dass man im Land mit der Migrationsproblematik der Kriegsvertriebenen erst ganz am Anfange stehe. Für sie sei deshalb der gegenseitige Austausch und die gegenseitige Unterstützung unerlässlich. Damit das Land verlässliche Zahlen für die weitere Planung des Personalbedarfs in Kindergärten und Schulen sowie für die gerechte Lastenverteilung habe, warb sie für die Registrierung der Kriegsvertriebenen.
Gerade die Unterbringung der Vertriebenen beeinträchtige den Wohnungsmarkt sehr. Es sei deshalb gut, dass Wolfach bereits die Container-Anlage am Sportplatz zur Unterbringung nutzen könne.
Das Land Baden-Württemberg bemühe sich, die ukrainischen Kinder so schnell wie möglich in den Schulen und Kindergärten zu betreuen. Sie weist darauf hin, dass (Stand 04.04.2022) bereits ca. 5.000 Schüler an den Schulen untergebracht worden seien. Um diese Kinder auch so gut wie möglich unterrichten zu können, habe das Land ein Portal eingerichtet, auf dem sich Lehrkräfte oder anderes geeignetes Personal, auch Quereinsteiger melden können (s. https://lobw.kultus-bw.de/lobw/Vpo). Sie zeigte sich erfreut, dass man auf diese Art und Weise schon fast 1.000 Personen, darunter 200 Lehrkräfte für die Betreuung gefunden habe. Ehrenamtliche Helfer können sich zudem, so Staatssekretärin Boser, bei Fragen oder bei erforderlichem Unterstützungsbedarf an Hauptberufliche wenden.
Als höchste Herausforderung bewertete sie die Betreuung von ukrainischen Kindergartenkindern, wobei das Land ganz gezielt darauf achte, dass es nicht zu Zerwürfnissen mit Eltern komme, die schon lange auf einen Kindergartenplatz warten. Zudem wolle das Land dem vorhandenen Personal nach den Herausforderungen der Pandemiebewältigung nicht zu viel zumuten. Sandra Boser wies darauf hin, dass das Land schon Vorgaben wie die Gruppengröße, die Raumgröße oder auch des Personalschlüssels gelockert habe. Allerdings sei aber auch grundsätzlich eine Gratwanderung zwischen den Betreuungsformen vorhanden. Einerseits gäbe es die Möglichkeit des freiwilligen niederschwelligem Betreuungsangebotes im Rahmen von 10 Wochenstunden, das allerdings nicht mehr der Aufsicht wie z.B. die Einhaltung der Maserimpfpflicht oder von Corona-Testungen unterstehe. Auf der anderen Seite stehe das bisherige pädagogisch wertvolle Angebot, das dem Kindeswohl diene. Um die Qualität zu erhalten und Reibungsverluste zu minimieren stünde das Land, so Staatssekretärin Boser mit den kommunalen, kirchlichen und freien Kindergartenträgern im gegenseitigen engen Austausch.

Bürgermeister Thomas Geppert wies darauf hin, dass seit dem Wochenende über 30 Personen aus der Ukraine nach Wolfach gekommen seien. Bislang erhielten die Kinder noch Online-Unterricht direkt aus der Ukraine. In einem wöchentlichen Jour Fixe mit dem Landkreis, der Schuldirektion und den Kommunen sei auch der gegenseitige Austausch über die Unterbringung, die Fallzahlen und die benötigten Räumlichkeiten gewährleistet. Dies ermögliche der Stadt Wolfach adhoc auf die jeweils anstehende Situation zu reagieren.

Nach dem rund einstündigen Gespräch, in dem zudem noch Fragen der Energiepolitik, der Digitalisierung und des ÖPNV angesprochen wurden, trug sich Staatssekretärin Sandra Boser in das Jahrbuch der Stadt Wolfach ein.

Sandra Boser © Stadt Wofach

Im Anschluss an das einstündige Gespräch in der Schlosshalle besuchte Bürgermeister Geppert zusammen mit Staatssekretärin Boser noch die Firma Rauber Funktechnik und Sonderfahrzeuge im Wolfacher Schmelzegrün.

Geschäftsführer Manuel Rauber stellte sehr eindrücklich sein aufstrebendes Unternehmen vor, das sich in Baden-Württemberg und weit darüber hinaus mit Spezialausbauten von Feuerwehr- und anderen Rettungsdienst-Fahrzeugen sowie dem Angebot von Funkeinrichtungen einen sehr guten Namen geschaffen hat. Trotz des Erfolgs wies Manuel Rauber aber auch auf anstehende Probleme hin: so würde er seine Firma, die derzeit 6,5 hauptberufliche Mitarbeiter und weitere 450-€-Kräfte beschäftige, gerne erweitern, allerdings gäbe es auf der Wolfacher Gemarkung kaum geeignete Flächen. Zudem erwarte er bedingt durch die Ukraine-Krise Materialengpässe, was zu Verzögerung und Verteuerung der Fahrzeug-Ausbauten führen könne.

Sandra Boser, Firma Rauber Funktechnik © Stadt Woflach

Manuel Rauber, Geschäftsführer der Firma Rauber Funktechnik und Sonderfahrzeuge (links) präsentierte Staatssekretärin Boser (rechts), Bürgermeister Thomas Geppert (Mitte) sowie den Stadtratsmitgliedern Ulrich Wiedmaier, Inge Schoch und Kordula Kovac (v.l. im Hintergrund) den Spezialausbau eines Feuerwehr-Fahrzeugs.