Klarstellung seitens Hr. Bürgermeister Thomas Geppert zur öffentlich thematisierten Kündigung des Minigolf-Pachtvertrages

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das letzte Wochenende hindurch wurde in den sozialen Netzwerken (u.a. Facebook) die ausgesprochene ordentliche Kündigung gegenüber dem derzeitigen Pächter der städtischen Minigolfanlage thematisiert.

Die auf diesen Kanälen getätigten Äußerungen springen inhaltlich –mit ganz wenigen objektiven Ausnahmen- auf eine vonseiten des Pächters sehr verzerrt dargestellte Situation auf.

Die eigentlichen Kündigungsgründe bleiben indessen völlig außen vor.

Wenngleich sicherlich nicht Jede/r von Ihnen die hier genannten „News im Netz“ verfolgt hat, so möchte ich an dieser Stelle doch kurz die sehr breit angelegte Beteiligung an „freier Meinungsäußerung“ (in der für unsere Zeit modernen Form der scheinbaren Verantwortungslosigkeit für eine leichtfertig verbreitbare Meinung im Netz) mit der nüchternen Faktenlage bekanntmachen:

A)

In einem persönlichen Gespräch am 02.07.2020 wurde dem Pächter die ordentliche Kündigung zum 31.10.2020, also mit Ablauf der diesjährigen Saison angekündigt. Ursächlich sind verschiedenartige Differenzen in Bezug auf die örtlichen Gegebenheiten. Differenzen sowohl mit Dritter Seite in der Umgebungsbebauung, als auch bezogen auf die Bewirtschaftung der öffentlichen Fläche. Verantwortlicher Bewirtschafter ist seit jeher der Pächter und nicht der städtische Bauhof. Dies am Rande.

Dass ein Pachtvertrag mit jährlichem Kündigungsrecht (das jeder Vertragspartei zusteht) unter Einhaltung der ordentlichen Frist beendet wird, ist nichts derart Ungewöhnliches wofür es einer öffentlichkeitswirksamen Kampagne (in den sozialen Netzwerken) bedürfte.

Im Übrigen gingen jährliche Gespräche(!) über die immer wieder gleichen Sachverhalte voraus. Allein es änderte sich nichts.

Dass unmittelbar nach besagtem Gespräch am 02.07.2020 von Pächterseite dessen freier Unmut bzw. direkte Wut über die Kündigungssituation in bisweilen unflätiger Art und Weise frei kommuniziert wurde, ist bekannt.

Mit Zustellung der Kündigung wurde der Pächter dahingehend auch informiert, dass getätigte Äußerungen seinerseits bekannt sind, welche von tiefer Missbilligung gegenüber der Stadt und des Bürgermeisteramtes direkt zeugen. Dieses Echo darf gegeben werden.

B)

Und hier ist der entscheidende Punkt:

Die Kündigung rührt keinesfalls aus irgendwelchen –wie durch entsprechende Einlassungen von Pächterseite ins Spiel gebrachten- Befindlichkeiten auf Stadtseite bzw. beim Bürgermeister direkt.

Doch genau dies wird vonseiten des Pächters zum Thema hochgehoben, indem er behauptet, er äußere eine freie Meinung und die Stadt/ der Bürgermeister fühlten sich „in Ihrer Würde“ verletzt.

Auf eine solche –irreführende- Diskussionsebene wird von dortiger Seite das Thema zu verlagern versucht. Und so wurde am vergangenen Wochenende auch eifrig „Meinung gemacht“.

Und das wiederum gelingt „im Netz“ weitaus einfacher als im persönlichen Gespräch, wo gewisse Formen des Umgangs vielleicht doch (noch) beinahe automatisch dazu gehören.

„Im Netz“ dagegen ist Empathie und Menschlichkeit, Respekt für das Gegenüber gefühlt für Viele nicht notwendig.

Es ist festzuhalten, dass dem Pächter in besagtem Gespräch im Rathaus sehr wohl die Kündigungsgründe genannt wurden. Entgegen dessen Äußerungen gegenüber Jedermann, wo er behauptet, er bekäme die Kündigung infolge irgendwelcher „sachlicher Kritik“ gegenüber der Stadt. Diese Darstellung entspricht schlicht nicht den Tatsachen. Dass die tatsächlichen Kündigungsgründe einer insgesamten Unzuverlässigkeit (ggü. Dritter Seite, ggü. der Stadt als Verpächter) nicht gehört werden wollen liegt auf der Hand.

C)

Sachlich abgerundet ist es mir an dieser Stelle einzig wichtig, Ihnen allen in der hier gehandhabten Form die städtische Handlungsweise zu schildern.

Es gibt immer zwei Seiten. Meistens wird der lauteren Seite zunächst viel Gehör geschenkt.

Dass „im Netz“ die Diskussionsebene mit herabschwindender Hemmschwelle eine andere ist, ist bekannt. Allerdings muss man auch als öffentliche Hand oder gar als Amtsträger direkt nicht alle Kommentare wortlos über sich ergehen lassen.

Gerade dann nicht, wenn es „im Netz“ bei Etlichen erkennbar nur zu einem gewissen Teil um die aktuelle Sache geht. Ein großer Teil der jeweiligen Verlautbarungen gründet sich neben der oberflächlich angeführten Minigolf-Thematik auf bewusster, bei aller Gelegenheit vorzubringender Anti-Einstellung gegenüber der Stadt als öffentlichem Gemeinwesen.

D)

Hier spreche ich bewusst Sie alle, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger an. Weil es wie gesagt, auch immer eine zweite Seite einer Situation oder Geschichte gibt.

Und die städtische Position, die sich im Übrigen immer aufgrund von Sachverhalten und Hintergründen herleitet, muss hin und wieder hier berichtet werden.

Als natürlicher und sachlicher Gegenpol zur Aufmachung in diversen Diskussionen „im Netz“ wo einem als Bürgermeister immer schnell vieles zugespielt wird –ohne direkte Kenntnis des tatsächlichen Sachverhaltes.

Auch im nächsten Jahr wird es einen Minigolfbetrieb geben. Um auch hier jeglicher Spekulation vorzubeugen. Allerdings in anderem Rahmen. Minigolf als Familien- und Tourismusangebot wird auch in Wolfach weiter vorgefunden werden.

Ihnen allen eine gute weitere Woche!

Ihr

Thomas Geppert
Bürgermeister

Porträt Thomas Geppert