Neuigkeiten aus dem Rathaus
Einblick in den kommunalen Schafstall in Kirnbach
Erstelldatum24.04.2026
Zahlreiche interessierte Bürger nutzten am Freitag die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen des neuen Schafstalls der „Dalschäfer“ im Wolfacher Ortsteil Kirnbach zu werfen.
Im Rahmen des 20-jährigen Jubiläums des Landschaftsentwicklungsverbandes mittlerer Schwarzwald (LEV) hatte dieser zusammen mit dem ehrenamtlichen Verein „Dalschäfer“ mit den beiden Verantwortlichen Sandy Fleig und Marc Berger und die Stadt Wolfach zu einem „Tag der offenen Tür“ eingeladen. Der neue Schafstall präsentierte sich als durchdachte und funktionale Einrichtung, die sowohl den Bedürfnissen der Tiere als auch den Anforderungen moderner Bewirtschaftung gerecht wird. Vor Ort erklärten die Verantwortlichen des Vereins anschaulich die Bauweise, Nutzung und Bedeutung des Stalls für die tägliche Arbeit mit den Tieren. Angeboten wurden auch die selbst hergestellten Produkte von gegerbten Schaffellen, gekämmter Wolle und Strickwaren bis hin zu Schafswurst. In ihren Ansprachen würdigten die beiden Geschäftsführerinnen des LEV Silke Stößer und Kim Ebinger und Bürgermeister Thomas Geppert die Arbeit der Dalschäfer, die seit 2023 einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft leisten. Durch die Beweidung mit Schafen werden wertvolle Offenflächen gepflegt. „Sie leisten eine unverzichtbare Arbeit und das, was ihr hier beim Stallbau mit Leidenschaft geleistet habt, ist nicht selbstverständlich“, lobte Geppert, der auch einen Blick zurück auf die Zusammenarbeit mit dem LEV und die Entstehungsgeschichte der gemeinnützigen Schafhaltung und den Bau des Stalls warf.
Der neue Stall in Vollholzkonstruktion wurde zu 50 Prozent über die LPR-Förderung (Landschaftspflegerichtlinie) finanziert, die Stadt Wolfach steuerte rund 250 000 Euro dazu und auch der Verein brachte sich mit rund 40 000 Euro ein. Insgesamt leisteten die Ehrenamtlichen des Verein über 1200 Stunden beim Bau des neuen Stalls, erklärte Sandy Fleig. „Für uns ist die Wertschätzung der Tiere am wichtigsten“, erklärte Sandy Fleig. Nichts soll weggeworfen werden, alles wird weiterverarbeitet und verkauft. Als sie mit ihrem Mann Marc Berger und seiner kleinen Ziegenherde zurück nach Kirnbach kam, war damals auch schnell der Kontakt zu den Schäfern im Tal da. Ende 2021 musste dann der Schäfer Robert Pacholek seine Herde aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer aus dem ganzen Kinzigtal stellten ihre Arbeitskraft und Erfahrung mit den Tieren bereit, um zu helfen. Aus dieser Initiative entstand die Idee die Offenhaltung durch einen gemeinnützigen Verein weiterzuführen. Mittlerweile werden rund 140 Schaft zu rund 45 Hektar Wiesen in der Gegend gefahren, um diese zu beweiden. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen, es hat sich wirklich gelohnt und wir sind sehr stolz darauf“, freute sich Fleig über den neuen Stall im Grafenloch. Maßgeblich beteiligt war am Bau auch der LEV mittlerer Schwarzwald. Seit seiner Gründung 2006 begleitet der Verein verschiedenste Projekte in seinem Einzugsgebiet. Die beiden Geschäftsführerinnen des LEV gingen in ihrer Ansprache auf die Herausforderungen in der Landschaftspflege, die Historie des Vereins LEV und die wichtige Arbeit der „Dalschäfer“ ein. „Der mittlere Schwarzwald ist eine besondere Region, hier ist die Pflege und der Erhalt der Kulturlandschaft und Offenhaltung ein ganz wichtiges Thema“, sagte Stößer. „Wir sind hier auf die Tierhaltung angewiesen, weil die Flächen ertragsarm sind. Die Zusammenarbeit mit euch ist wirklich super, wir sind sehr froh über so gute Partner vor Ort“, betonte auch Kim Ebinger.

