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65 Jahre Verbundenheit mit Wolfach – Claude und Simone Virsube geehrt
Erstelldatum17.08.2026
Manche Gäste kommen für ein paar Tage – andere werden im Laufe der Jahre zu Freunden und ein Urlaubsort zu einem Stück Heimat. So ist es bei Claude und Simone Virsube aus Frankreich. Seit 65 Jahren verbindet das Ehepaar eine ganz besondere Geschichte mit Wolfach. Für diese außergewöhnliche Urlaubstreue durfte Tourismusleiter Simon Vollmer die beiden nun im Namen der Stadt Wolfach persönlich ehren.
Begonnen hat alles im Jahr 1961. Mit gerade einmal 19 Jahren machte sich Claude Virsube gemeinsam mit Freunden von Paris aus auf den Weg in den Schwarzwald. Eine Reise nach Deutschland war damals keineswegs selbstverständlich: Der Zweite Weltkrieg lag erst 16 Jahre zurück. Bei Schnee und Glatteis startete die Gruppe am frühen Morgen und erreichte Wolfach erst gegen 22 Uhr. Dass aus diesem ersten Abenteuer eine Verbindung fürs Leben entstehen würde, konnte damals niemand ahnen.
In Wolfach lernte Claude Virsube Edgar Baur kennen. Aus der ersten Begegnung entwickelte sich eine enge Freundschaft, die über Jahrzehnte Bestand hatte und schließlich ganze Familien miteinander verband. Winter, Frühling und Sommer – immer wieder führte der Weg der Virsubes nach Wolfach. Und mit den Jahren kamen unzählige gemeinsame Erlebnisse dazu: Tanzabende, Ausflüge mit dem Vespa-Club, Ostereiersuchen, Besuche beim Floßhafenfest und sogar ein Einsatz als Aushilfsfahrer für Wagner-Bräu. „Claude war immer dabei“, erinnert sich Martina Baur, die bis heute eng mit der Familie Virsube verbunden ist.
Ende der 1960er-Jahre kam auch Simone erstmals nach Wolfach. Seit inzwischen 60 Jahren sind die beiden verheiratet und haben ihre Verbundenheit mit Wolfach an die nächste Generation weitergegeben. Was einst als Reise junger Franzosen begann, wurde zur Familientradition. Heute kommen die Virsubes gemeinsam mit ihren Kindern und Enkeln ins Kinzigtal. Seit nunmehr zehn Jahren verbringen sie ihre Aufenthalte auf dem Schornhof in Halbmeil bei ihren Gastgebern Petra und Jürgen Schorn. Mehrere Wochen im Jahr gehören dabei inzwischen ganz selbstverständlich dazu – zuletzt acht beziehungsweise neun Wochen. Für das kommende Jahr sind sogar zehn Wochen geplant.
„Wolfach ist für uns eine zweite Heimat“, erzählt Claude Virsube. Das Kinzigtal ist für das Ehepaar längst mehr als ein Urlaubsziel. Es ist ein vertrauter Ort, an dem Freundschaften entstanden sind, Erinnerungen gewachsen sind und an den die Familie immer wieder gerne zurückkehrt. Gleichzeitig bietet Wolfach für die beiden einen willkommenen Rückzugsort vom Trubel und der Hitze der Großstadt Paris.
Auch wenn ihr langjähriger Freund Edgar Baur vor zwei Jahren verstorben ist, bleibt die Verbindung zu Wolfach lebendig. Zur Ehrung trug Claude ein Hemd, das ihm Edgar einst geschenkt hatte – ein kleines, persönliches Zeichen für eine Freundschaft, die weit über gemeinsame Urlaube hinausging.
„Eine solche Geschichte ist etwas ganz Besonderes“, betont Tourismusleiter Simon Vollmer. „65 Jahre Verbundenheit mit Wolfach und die Freundschaften, die daraus entstanden sind, zeigen eindrucksvoll, was Urlaub bedeuten kann: Aus Gästen werden Bekannte, aus Bekannten Freunde – und irgendwann wird aus einem Urlaubsort ein Stück Heimat.“
Die Stadt Wolfach bedankt sich herzlich bei Claude und Simone Virsube für 65 Jahre Verbundenheit und Treue. Eine Geschichte wie diese zeigt auf besondere Weise, dass Tourismus weit mehr sein kann als das Reisen an einen schönen Ort: Er kann Menschen über Jahrzehnte verbinden und Freundschaften entstehen lassen, die Generationen überdauern.
